Weltreise - Schön, dass du vorbei schaust!

Für mich geht gerade ein großer, lang gehegter Traum in Erfüllung. Einmal rund um die Welt reisen. Unterschiedlichen Menschen begegnen. Faszinierende Natur, Kulturgüter und Städte erleben. Neugier befriedigen. Inspiriert werden.
Hier findest du Teile, die mich besonders bewegt haben: Erlebnisse, Eindrücke, Kurzberichte,...
Schön, dass du kurz an meiner Reise teilnimmst!

29 Oktober 2006

Costa Rica - Vulkan Arenal

Am Weg zum Vulkan Arenal sind wir durch ein wunderschoenes, huegeliges Gebiet gefahren. Costa Rica ist etwas sauberer und viel reicher als Nicaragua. Es ist touristisch sehr gut erschlossen und gilt als "die Schweiz von Mittelamerika".

Die Region um den See Arenal ist wirklich bezaubernd, leider sehr stark von US-Amerikanern in Beschlag genommen. Unzaehlige Grundstuecke und Haeuser werden hier verkauft, allerdings teilweise nur mit englischen Schildern ("To Sell", "Sold", "Real Estate XYZ",...) Ich finde es einerseits deprimierend, dass US-Amerikaner Costa Rica "aufkaufen". Andererseits kommt so Geld ins Land und viele Menschen hier haben Arbeit und eine gehobene Lebensqualitaet.

Vorgestern haben wir einen beeindruckenden Wasserfall angeschaut und waren in dem sehr erfrischenden (fast ein wenig kalten) Fluss schwimmen.


Gestern haben wir dann DEN Vulkan Arenal gesehen. Wir sind zuerst durch ein Stueck Dschungel gelaufen, der erst 30 Jahre alt ist. Damals war ein Vulkanausbruch, die Vegetation war beeindruckend dicht.

Danach waren wir auf Vulkan Gestein, dass erst 12 Jahre alt ist, es wird gerade von Flechten und Moosen ueberzogen.



Zuletzt haben wir noch gewartet, ob wir den naechtlichen Lavafluss sehen. Leider ist der Vulkan oft in Wolken, so auch gestern, ansonsten kann man die gluehende Lava vom Vulkan fliessen sehen!

Nach einigem Warten hat sich der Nebel etwas gelichtet und wir haben einige Eruptionen gesehen. Es war beeindruckend, wieviel und wie schnell die Lava den Berghang herunter gelaufen ist. Das ganze kann man sich wie einen Felssturz vorstellen. Die grossen Broken zerschellen dann und die kleinen fallen weiter, zerschellen wieder und erkalten. Danach ist es einfach wieder schwarz. Das ganze war zwar nur immer sehr kurz zu sehen, aber sehr beeindruckend!
Zum Fotografieren war es leider recht schwierig. Hier ein Schnappschuss.

28 Oktober 2006

Adios Nicaragua

Nicaragua war ein sehr interessantes Land. Es ist das aermste Land "der westlichen Haemisphaere". Die Kaufkraft pro Kopf betraegt ca. 1/16 von der oesterreichischen. Ausserdem ist diese Kaufkraft extrem ungleich auf die Menschen in Nicaragua verteilt.

Als Symbole fuer Nicaragua passen Haengematte und Schaukelstuhl.

Beides zwei angenehme Dinge, die wesentlich zur Kultur Nicaraguas gehoeren. Ich habe sie schaetzen gelernt.
Sie stehen aber auch fuer Pasivitaet, die ich vielen Nicas zuschreibe. Passivitaet was das Veraendern der eigenen Situation betrifft. Sei dies die einfallslose Kueche, die nicht vorhandenen Blumen in den Gaerten,... aber auch manch politische Einstellung, die alles Glueck von der Hilfe aus dem Ausland oder dem Sieg der Sandinisten abhaengig macht.

Verstaendlich wird diese Passivitaet vielleicht durch das Betrachten der bewegten Geschichte. Die USA hat nicht nur 40 Jahre Diktatur von Somosa geduldet, sondern nach dem Sturz des Diktators auch einen Krieg gegen das sandinistische Nicaragua angezettelt. Der Krieg der Contras wurde mit Waffengeschaeften des CIA mit dem Iran finanziert. (Iran-Contra Affaire unter Reagen in den 1980er Jahren) Danach hat die USA aktiv die Wahlen beeinflusst, um bestimmte Parteien zum Sieg zu verhelfen!
(Mit der Drohung Hilfsgelder zu streichen und Wirtschaftssanktionen einfuehren, wenn eine bestimmte Partei gewinnt. Oder indem manche Parteien dazu gedraengt wurden auf ein Anreten zu verzichten.)
In diesem Umfeld (Diktatur, Krieg, Fremdbestimmung) ist eine gewisse Passivitaet vielleicht verstaendlich.

Am 5. November sind in Nicaragua Wahlen. Ich bin neugierig wer gewinnt. Die politische Diskussion wird heftig zwischen den Menschen hier gefuehrt.

24 Oktober 2006

Corn Islands II


In Gespraechen mit einem Schweden, der seit fast 20 Jahren in Nicaragua lebt und in der Entwicklungshilfe bzw. als Journalist gearbeitet hat, habe ich viel Hintergrund Informationen ueber Nicaragua gehoert.
Dann gab es noch ein Paar aus Oesterreich, mit dem es nett plaudern war. Guter Wiener Schmaeh in der Karibik.

Das Seefood war uebrigens ausgezeichnet! Fisch, Langusten, Krebse und riesige Muscheln.


Der Rochen war eine der Ueberraschungen, die hin und wieder auftauchten. Er ist sehr relaxed den Strand entlang geschwommen.

Corn Islands I

Es war eine angenehme Zeit in der Karibik. Hier zaehlen die "kleinen Dinge des Lebens". Da es nicht viel zu tuen gibt.
Das Beobachten von Meereslebewesen war eine Beschaeftigung. Hier ein Seestern:


Ein anderer "Zeitvertrei" war schnorcheln.

Dabei gab es jede Menge bunte Fische zu sehen (aber mit meiner Kamara eher schwerlich zu fotografieren.
Am Korallenrif ist auch ein Boot untergegangen, das man gut mit dem Schnorchel erkunden konnte.

Die Korallen sind leider sehr bedroht, viele Teile des Riff bestehen nur mehr aus dem Kalkskelett. Was wirklich traurig ist. Einige Korallen gab es als "Trost" trotzdem zu sehen.


Mit den Kindern die herumliefen spielen, bzw. deren Spiel zu beobachten war ebenfalls ein angenehmer Zeitvertreib.

18 Oktober 2006

Kratersee und Karibik

Vorgestern habe ich noch die Lagune Apoyo besucht. Die ist eigentlich ein beeindruckender Kratersee. Sehr schoen blau, wohl temperiert und mit Palmen.

Heute bin ich gut auf Little Corn Island angekommen. Es war ein aufregender Flug mit einem Mini-Flugzeug bis zu "Big" Corn Island und dann heute nochmal eine Bootsfahrt auf Little Corn.

Hier ist es so schoen (wie in einem kitschigen Film.)
Da das ganze etwas abgelegen ist, gibt es auch nur eine schlechte und superteuere Internetverbindung. => Sprich Fotos werde ich nachreichen, denkt einfach an die Bounty Werbung.

16 Oktober 2006

Fette Beats in Granada


Ich bin am Freitag in Granada angekommen. Eine bezaubernde Stadt, mit viel spanischem Flair am Nicaragua See. Am Abend konnte ich ein extrem tolles Konzert hören. Die Gruppe hieß "Briganthya", ihr neues Album "Viaje de Bruxas". Weltmusik vom Feinsten. Recommended!

Am Samstag habe ich die "Las Isletas" 365 kleine Inseln am Nicaragua See besichtigt. Entstanden sind sie, weil es einen Vulkan zerrissen hat. Jetzt sind das kleine, nette Inselchen, mit Wochenendhäuser, Feriendomizilen,... drauf. Viele davon gehören "Gringos", sehr zum Leidwesen der Nicas.


Last but not least, absolvierte ich das sportliche Programm dieses Quartals. Heute am Volcano Mombacho. Dort gibt es einen beeindruckenden Nebelregenwald, anspruchsvolles Terrain für Wanderungen, und einen guten Blick auf Granada, die Las Isletas und den Kratersee Apoyo. Dort werde ich morgen hinfahren.

Ich genieße es die letzten Abende vom normalen Nica-Leben herausgerissen zu werden, im Bearded Monkey einer Backpacker-Absteige die auch in Asien sein könnte. Andere Reisende treffen, gute Musik im Hintergrund, Essen nach westlichem Geschmack, Englisch (kein Gedanke an Spanisch). Landesuntypisch, aber offensichtlich brauche ich hin und wieder so eine Oase zum Auftanken.

13 Oktober 2006

Kolibri & Chicken Bus

Heute Morgen habe ich einen Kolibri gesehen, wie er an einer Bananenbluete Nektar gesaugt hat!

Danach habe ich eine Runde um die Insel gemacht. Bin viel gelaufen, eine Runde in einem Suesswasserpool geschwommen. Man glaubt es nicht, der wahr richtig kuehl! Bei den ca. 33 Grad hier eine wohltuende Erfrischung. Die Vulkane und Bananenplantagen praegen die Landschaft.

Mit diesem Chickenbus war ich unterwegs:

Diese ausranchierten US-amerikanischen Schulbussen kommen ueberall hin. Die Strecke von Rivas nach Ostional ist wirklich eine Katastrophe. (Man muss durch 3 Fluesse, es gibt riesige Schlagloecher, an Asphalt oder aehnliches ist nicht zu denken.) Auch auf der Insel sind die Strassen tw. auch nicht besonders.
Aber der Chickenbus kommt ueberall durch!

12 Oktober 2006

Schildkroeten

An einem der letzten Abende in Ostional, hatte ich die tolle Gelegenheit Schildkroeten beim Ablegen ihrer Eier zu beobachten.



Es war ein beeindruckendes Spektakel: Schildkroete um Schildkroete kam aus dem Meer, robbte den Strand hinauf und suchte einen guten Platz fuer die Eier. Dann begannen sie unter ueberschildkroetischer Anstrengung ein Loch zu graben, legten die Eier rein, verschlossen das Loch wieder perfekt, und schleppten sich mit letzter Kraft ins Meer.



Heute habe ich mich von der Familie, bei der ich gewohnt habe, verabschiedet. Jetzt bin ich auf einer Insel im riesigen Nicaragua-See. Die Isla de Ometepe ist aus zwei Vulkanen entstanden. Bei der Fahrt ueber den See (auf 40 Hoehenmetern) sieht man die 1400 bzw. 1600m hohen Vulkane beeindruckend aufragen.

09 Oktober 2006

Riesige Eier!

Hier im Südlichen Nicaragua gibt es Strände wo Schildkröten Eier ablegen. Aber nicht nur das. Hier haben die Männer alle RIESIGE Eier!

Wenn ein Mann nach einem Ausflug oder einer Reise zurück kehrt, wird er nicht gefragt: Wie war's dort? Sondern: Wie waren die Frauen dort? Die Männer sammeln ihre Seitensprünge wie Jäger Hirschgeweihe. Frauen werden verprügelt, wenn Sie etwas ähnliches wagen.
Dies ist natürlich nur ein Aspekt der Kultur hier. Durch Floh bekomme ich viel Infos und Einblicke in das Dorfleben.

Gestern hat Maria, die Schwiegertochter des Hauses Geburtstag gefeiert.


Heute waren wir in der "Messe" einer Evangelikalen Gemeinde. Sehr beschwingt! Prediger und Band sorgten für extatisches Hallelujah. Das Dorf an sich ist sandinistisch geprägt. Das revolutionäre an den Sandinisten beschränkt sich wohl auf die Wahl der Wörter. In Summe ergibt sich ein eher entspannter, passiver, fremdbestimmter Lebensstil. Die Familie bei der wir wohnen ist stark sandinistisch und etwas katholisch. Da bald Wahl ist, fuhr heute ein Jeep mit den Liedern der Revolution durch das Dorf. Don Cruz - das 76 jährige Familienoberhaupt - war aber beim Baseballspiel.

Der Strand ist wirklich wohltuend (ich hoffe auch für meine Erkältung):


Eine tolle Sache sind die Sessel hier! Es gibt praktisch ausschließlich Schaukelstühle. (Abgesehen von den Plastiksesseln, die es überall auf der Welt für draußen gibt.) Eine tolle Sache, paßt ziemlich gut zum Lebensstil hier.


Toll sind auch die ganzen Unterschiedlichen Krebse. Hier ein Minikrebs, der sich hinter einer Muschel versteckt. Er schaut kurz raus, ob die Luft rein ist. Wenn ja, läuft er mit beachtlicher Geschwindigkeit und versteckt sich sofort wieder unter der Muschel:

05 Oktober 2006

Ein guter Fang

Gestern bin ich lange im Schatten unter Palmen am Strand gesessen, habe versucht mich der spanischen Sprache zu widmen, und das Meer genossen.

Beeindruckend war, dass am spaeteren Nachmittag die Maenner mit ihren Booten gekommen sind. Ausserdem ist ein kleiner Lastwagen angerueckt. Die Fischer sind dann sehr freudig, jeder mit einigen Plastiksaecken voll Meeresfruechte vom Strand gekommen.

Auf einer Haengewaage wurden die sortierten Schaetze dann gewogen. 14kg Tintenfische, 9kg grosse Fische, 2kg Langusten, 7kg Tintenfische, usw.

Das ganze wurde von allen Beteiligten genau ueberwacht und feinsaeuberlich notiert. Es lag total viel Freude in der Luft. Freude nach getaner Arbeit, gemeinsames Scherzen, Ernst beim Blick auf die Waage, Freude ueber den guten Fang.

04 Oktober 2006

Erleichtert an einem Ende der Welt

Gestern bin ich in "El Ostional" ganz im Suedwesten Nicaraguas angekommen. In San Jose und bei der Busfahrt habe ich einige interessante Reisende kennengelernt. Deren Spanisch ist grundsaetzlich sehr, sehr gut. Meines leider nicht existent. Darum auch die Erleichterung nach 14 Stunden Fahrt (inkl. Grenze und Umsteigen) gut bei Floh angekommen zu sein.

Die Fahrt hat immer wieder einen schoenen Blick auf die Landschaft, den riesigen Nicaragua See, und am Schluss einen Sonnenuntergang ueber dem Pazifik geboten.

Zum Essen: Floh hat "Langusten" spendiert. Delikat. Genial.



Ostional ist eine kleine Ortschaft ganz am letzten Zipfel Nicaraguas. Das Leben hier ist einfach, Strom oder Wasser gibts nicht immer. Es geht alles seinen Lauf. Zum Internet konnten wir mit dem Buergermeister (in seinem Jeep ueber die holprige Piste) fahren.

Ich werd mich wohl an das Leben hier anpassen und in den Tag hineinleben.

02 Oktober 2006

Ticket zu Floh

Gestern war ich ganz schön erschöpft. Die Flüge und die Zeit dazwischen haben relativ lange gedauert. Ich hatte wenig geschlafen. Außerdem hab ich etwas Halsweh bekommen, vom vielen Eis in den Getränken und den Klimaanlagen. Offensichtlich mögen die Nord- und Mittelamerikaner beides gerne.

Jetzt hab ich ordentlich lange geschlafen und einen ruhigen Tag eingelegt. Bin in einer "richtigen" Backpacker-Absteige gelandet. Hier laufen die verücktesten Typen herum. Manche sind schon viele Monate in Mittelamerika unterwegs, manche mit einer Gitarre, einer Dschembe oder gar einem Surfbrett. Naja, ich hab einen Gartenzwerg, ist ja auch was. Aber ein Surfbrett ...

Morgen werde ich nach Nicaragua weiterfahren, hab schon ein Ticket für den Tica-Bus, und bin neugierig auf Floh.

01 Oktober 2006

Costa Rica

Bin in San Jose angekommen. Jetzt muss ich mal schauen wo's hier was zu essen und trinken gibt. Soviel zu meinem Ruf :-)
(American Airlines schenkt offensichtlich nur Getraenke aus, spendiert aber kein Essen.)