Jugendkultur - Harajuku
Harajuku, ein Tokyoter Stadtteil, ist Treffpunkt fuer eine sehr eigene Form von Jugendkultur. Mir schwirrten Begriffe wie Punks, Grufties, Nuttenlook, Puppenlook durch den Kopf.
Die Symbolik wirkt eher duester. Schwarz und sehr blasse Pastelltoene dominierten. Elemente wie Totenkoepfe, Nieten, Leder, Netzstruempfe und Spitzen sind neben Kleinkind-Symbolen wie Teddybaeren, Herzen, Bluemchen, etc. zu finden.
Auch hier im rosa "Zuckerl"-Outfit findet man auf den zweiten Blick einen Totenkopf:
Meine Assoziationen waren: Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Mitleid. Kleinkind bleiben wollen, Depression, Todessehnsucht.
Diese Deutung ist natuerlich subjektiv und verallgemeinernd.
Der Eindruck wird nicht nur vom Outfit, sondern auch stark von der Mimik und Gestik beeinflusst.
Blasse Schminke, enttaeuschtes, trauriges Gesicht, unsicheres Humpeln wie wenn die Stoeckel staendig einknicken wuerden...
Das Outfit ist stark durchgestylt. Verwendet werden Accessoires wie in der normalen Modewelt: Taschen, Trolleys,..., Guertel, Ketten, Huete, Sonnenbrillen, Kniestruempfe,...
Die Accessoires koennen in Boutiquen in Harajuku gekauft und beim Shoppen gleichzeitig ausgefuehrt werden.
Es entstehen ausgefeilte "Kopien" von Laufstegkreationen, blos mit einer anderen Symbolik besetzt.
Moegliche Hintergruende die mir durch den Kopf gingen: Die japanische Gesellschaft ist relativ alt. Es gibt durchschnittlich 1,26 Kinder pro Frau, Tendenz weiter fallend. Damit einher geht ein grosser Erwartungsdrucks was schulische Leistung betrifft. Die Kultur setzt generell eher auf Trill und Konformitaet.
Gleichzeitig ist die Jugend fuer diese wohlhabende, aber alte und relativ abgekapselte Gesellschaft unverzichtbar.

2 Comments:
Solche Kids hab ich aber in Wieselburg auch schon gesehen
Hallo Christian,
toll Deine Reisezusammenstellung.
Viele Grüße von Deinen Teilstreckenmitreisenden (gemessen an der ganzen Reise natürlich sehr kleinen Teilstrecke) Heike und Silvia
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