Adios Nicaragua
Nicaragua war ein sehr interessantes Land. Es ist das aermste Land "der westlichen Haemisphaere". Die Kaufkraft pro Kopf betraegt ca. 1/16 von der oesterreichischen. Ausserdem ist diese Kaufkraft extrem ungleich auf die Menschen in Nicaragua verteilt.
Als Symbole fuer Nicaragua passen Haengematte und Schaukelstuhl.
Beides zwei angenehme Dinge, die wesentlich zur Kultur Nicaraguas gehoeren. Ich habe sie schaetzen gelernt.
Sie stehen aber auch fuer Pasivitaet, die ich vielen Nicas zuschreibe. Passivitaet was das Veraendern der eigenen Situation betrifft. Sei dies die einfallslose Kueche, die nicht vorhandenen Blumen in den Gaerten,... aber auch manch politische Einstellung, die alles Glueck von der Hilfe aus dem Ausland oder dem Sieg der Sandinisten abhaengig macht.
Verstaendlich wird diese Passivitaet vielleicht durch das Betrachten der bewegten Geschichte. Die USA hat nicht nur 40 Jahre Diktatur von Somosa geduldet, sondern nach dem Sturz des Diktators auch einen Krieg gegen das sandinistische Nicaragua angezettelt. Der Krieg der Contras wurde mit Waffengeschaeften des CIA mit dem Iran finanziert. (Iran-Contra Affaire unter Reagen in den 1980er Jahren) Danach hat die USA aktiv die Wahlen beeinflusst, um bestimmte Parteien zum Sieg zu verhelfen!
(Mit der Drohung Hilfsgelder zu streichen und Wirtschaftssanktionen einfuehren, wenn eine bestimmte Partei gewinnt. Oder indem manche Parteien dazu gedraengt wurden auf ein Anreten zu verzichten.)
In diesem Umfeld (Diktatur, Krieg, Fremdbestimmung) ist eine gewisse Passivitaet vielleicht verstaendlich.
Am 5. November sind in Nicaragua Wahlen. Ich bin neugierig wer gewinnt. Die politische Diskussion wird heftig zwischen den Menschen hier gefuehrt.

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