Weltreise - Schön, dass du vorbei schaust!

Für mich geht gerade ein großer, lang gehegter Traum in Erfüllung. Einmal rund um die Welt reisen. Unterschiedlichen Menschen begegnen. Faszinierende Natur, Kulturgüter und Städte erleben. Neugier befriedigen. Inspiriert werden.
Hier findest du Teile, die mich besonders bewegt haben: Erlebnisse, Eindrücke, Kurzberichte,...
Schön, dass du kurz an meiner Reise teilnimmst!

19 November 2006

Sao Paulo - Brasilien

Nach dem naechtlichen Abschied von Eva-Maria am Flughafen von Lima, zwei Stunden warten, 4 Stunden Flug bin ich in Sao Paulo morgens traurig und muede angekommen. Kein guter Einstieg.



Christoph hat mich vom Flughafen abgeholt. In Sao Paulo leben rund 18 Mio. Menschen. Christoph wohnt derzeit im Zentrum von Sao Paulo, in einem tollen Apartement mit Blick ueber die zentrale Villengegend. Seit dem Abholen vom Flughafen hat er mich sehr groszuegig (mein Reisebudget haette das nicht ganz erlaubt) in das Luxusleben Sao Paulos eingeweiht.



Wir waren beim besten Japaner, im besten Thai-Lokal, der besten Churrascaria, dem besten Italiener. "Beste" bedeutet wirklich super toll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Wien aehnliche Lokale findet. Vom Essen, ueber den Blumenschmuck, das Service,...



Am Beispiel der Churrascaria (Brasilianische Kueche am Spiess gegrillt). Man faehrt mit dem Auto vor dein Eingang, gibt seinen Schluessel ab und wird vom sehr aufmerksamen Host an einen Tisch gebracht. Bestellt einen der erfrischenden Fruchtsaft oder einen Caipirinha. Nach kurzem Plaudern geniesst man ein unglaubliches Vorspeisen-Buffet (Lachs, Kaviar, feinen Kaese, Salat,...). Danach (obwohl schon mehr oder weniger satt) findet das Schlaraffenland seine Fortsetzung. Die Kellner kommen mit Spiessen unterschiedlicher feiner Fleischsorten vorbei und schneiden einem auf Wunsch zarte Scheiben ab. Natuerlich gibt es auch jede Menge Beilagen die vorbei gebracht werden. Das erinnert an 'fliegende Brathaenchen'. Schmeckt aber besser. Schweren Herzens musste ich auf das wirklich lecker aussehenden Nachspeisen verzichten.

Sobald man vom Essen oder angeregten Gespraech den Blick erhebt und ein Funke eines Wunsches zu sehen ist, lesen ihn die Bediensteten von den Augen ab. Es gab wohl mehr Kellner in dieser Churrascaria als Gaeste. Das unglaubliche daran ist, dass es aber auch viele Gaeste gab, die sich diesen Luxus (das Preisniveau ist durchaus europaeisch) goennen.



Brasilien hat rund 180 Mio. Einwohner. Davon sind 5% wirklich reich. Mehr als die Haelfte davon lebt in Sao Paulo, und geniesst das Leben in vollen Zuegen. Auch in den wirklich sehr teuren Lokalen muss man reservieren oder auf einen Tisch warten.



Champagner im franzoesischen Bistro, Electronic in D-Edge, ein nettes Jazz-Beisl, die eine oder andere Partie Billard im Irish Pub... In Sao Paulo kann man wirklich luxurioes leben!

Von Armut keine Spur, stimmt nicht ganz. Als Europaer springen einem immer wieder Obdachlose ins Auge. Viele Menschen leben davon Muell zu durchwuehlen, zu trennen und verwertbare Bestandteile zu nutzen oder zu verkaufen. Oekologisch sinnvoll. Nur kriege ich diese Unterschiede nicht ganz auf die Reihe. Den bitteren Beigeschmack der Armut kann ich hier weniger verdraengen als in Europa.