Offline in Burma / Myanmar
Sofern alles glatt laeuft, werden wir morgen Donnerstag in Burma/Myanmar ankommen. Es wird sicher ein Hoehepunkt dieser Reise!
Beruehmt ist das Land "Gott sei Dank" wegen der Friedensnobelpreistraegerin Aung San Suu Kyi und leider wegen dem Militaerregim und dessen Menschenrechtsverletzungen.
Das Land ist extrem abgeschieden und arm. Ich bin also voraussichtlich bis ca. 10. Maerz offline.

2 Comments:
z.H. Eva-Maria
Der Gartenzwerg aus jedem Bilde lacht, wir haben schon oft an euch gedacht. Können nur in Gedanken mit euch reisen. Wie lange uns der Nachtdienst noch plagt wird sich weisen. Wimmev, Wimmju und Weinwo
Was hier geschieht, ist Völkermord"
Gabriele Schaumberger von "Helfen ohne Grenzen" verbrachte einige Zeit in einem Auffanglager - Im derStandard.at- Interview schildert sie ihre Eindrücke
Im Grenzgebiet zu Burma leben hunderttausende Menschen unterschiedlicher Minderheiten in thailändischen, indischen oder laotischen Auffanglagern. Im Dschungel im gebirgigen Osten des Landes, abseits dieser Camps, flüchten weitere rund zwei Millionen Vertriebene vor den Truppen eines Militärregimes, das es sich offenbar zum Ziel gesetzt hat, mehrere Völker auszulöschen.
Gabriele Schaumberger, Mitarbeiterin der Organisation "Helfen ohne Grenzen", verbrachte insgesamt über ein Jahr beim Volk der Karenni und kennt die Situation der Flüchtlinge in den Lagern aus eigener Erfahrung. Im derStandard.at-Interview mit Thomas Bergmayr beklagt sie den systematischen Genozid unter den Augen der Weltöffentlichkeit und hofft auf Maßnahmen.
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derStandard.at: Wie sieht die Situation für die Karenni und andere Minderheiten derzeit aus?
Schaumberger: Was jenseits der Grenze in Burma los ist, kann kaum jemand mit Bestimmtheit sagen. Fest steht aber, dass die Lage zusehends außer Kontrolle gerät: Karenni State (ein etwa 12.000 Quadratkilometer großes Gebiet an der Grenze zu Nordwest-Thailand, Anm.) ist von den Militärs der Junta komplett abgeriegelt, weder NGOs noch das Internationale Rote Kreuz sind in der Lage, den Menschen dort Hilfe zu leisten.
Man schätzt, dass sich im Inneren des Landes rund zwei Millionen Menschen der verschiedenen Ethnien permanent auf der Flucht befinden und weitere 600.000 weitgehend isoliert von der Außenwelt in Lagern nahe der Grenzen leben.
derStandard.at: Wo befinden sich diese Flüchtlingslager?
Schaumberger: Für die Angehörigen der Karenni existieren inzwischen zwei Lager an der thailändischen Grenze: Im Camp Pang Qwai leben rund 18.000 Menschen, im Lager Mae Surin fanden bislang etwa 4.000 Fliehende Unterschlupf. Leider besitzen diese Menschen keinen offiziellen Flüchtlingsstatus, sondern gelten lediglich als "displaced people".
Weitere Camps, etwa für die Karen oder die muslimischen Rohingya, finden sich weiter im Süden an der thailändischen Grenze bzw. in Bangladesch und Indien. Aber nicht alle Minderheiten haben die Möglichkeit, ins verhältnismäßig sichere Nachbarland zu fliehen. Angehörige der Shan etwa werden von Thailand regelmäßig über die Grenze zurück nach Burma getrieben.
derStandard.at: Kann man hier bereits von einem Genozid sprechen?
Schaumberger: Ja, was hier geschieht ist definitiv Völkermord. Seit über 30 Jahren sind die Minderheiten in Burma unter den Augen der Weltöffentlichkeit ethnischen Säuberungen durch die Militärs ausgesetzt. In so genannten "free fire zones" oder "black zones" schießen die Soldaten auf jeden Menschen, den sie antreffen. Wenn die Leute dort eine Uniform sehen, dann laufen sie um ihr Leben.
Dörfer werden niedergebrannt, es kommt zu Massenvergewaltigungen, jene, die nicht fliehen können oder getötet werden, schickt das Regime in "relocation sites", bei denen es sich im Grunde um Konzentrationslager handelt. Der Rest versteckt sich im Dschungel in den Bergen.
derStandard.at: Weist etwas darauf hin, dass die Ausrottungs-Kampagne von der Junta systematisch und geplant ist?
Schaumberger: Es gibt durchaus Hinweise darauf. Einer der Militärführer hatte vor einigen Jahren verkündet, man würde den letzten Karen nur mehr im Museum zu sehen bekommen.
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